section_topline
+49 (0)941 97047
Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
Sie brauchen Rechtsbeistand? Rufen Sie uns an! +49 (0)941 97047
section_logo_top
section_header_parallax
section_component

Alkohol und Betäubungsmittel im Straßenverkehr

Dieser Beitrag stellt Ihnen kurz und knapp alle rechtlich relevanten Grenzwerte für Alkohol und Betäubungsmittel im Zusammenhang mit dem Führen eines Fahrzeuges im Straßenverkehr vor. Darüber hinaus wird Auskunft darüber gegeben, welche Straftaten und Ordnungswidrigkeiten möglicherweise verwirklicht werden.

A. Alkohol im Straßenverkehr

Sofern es um die Teilnahme am Straßenverkehr unter Alkoholeinfluss geht, existieren eine Reihe von Grenzwerten, die man kennen muss.

I. O,O Promille

Für Fahrzeugführer, die sich noch in der Probezeit nach § 2a Straßenverkehrsgesetz (StVG) befinden und Personen, die jünger als 21 Jahre alt sind, gilt gem. § 24c StVG ein striktes Alkoholverbot.

II. 0.3 Promille (relative Fahruntüchtigkeit)

Ab einem Wert von 0.3 Promille Blutalkoholkonzentration (BAK) ist die sog. „relative Fahruntüchtigkeit“ gegeben. Diese begründet für sich genommen noch keine Strafbarkeit. Treten allerdings alkoholbedingte Ausfallerscheinungen wie Fahren von Schlangenlinien, Fahren ohne Licht bei Dunkelheit oder überhöhte bzw. verkehrsbehindernde zu langsame Geschwindigkeit auf, so ist eine Strafbarkeit wegen Trunkenheit im Verkehr nach § 316 Strafgesetzbuch (StGB) möglich. Kommt es aufgrund der Trunkenheit sogar zu einem Unfall oder einem sog. Beinaheunfall steht eine Strafbarkeit wegen Gefährdung des Straßenverkehrs nach § 315c StGB im Raum.

III. 0,5 Promille

Ab einer BAK von 0,5 Promille oder einer Atemalkoholkonzentration von 0,25 mg/l begeht der Fahrzeugführer eine Ordnungswidrigkeit nach § 24a StVG – und zwar unabhängig davon, ob es zu alkoholbedingten Fahrfehlern kommt. Treten allerdings alkoholbedingte Fahrfehler hinzu oder kommt es zu einem Beinaheunfall, so steht erneut eine Strafbarkeit wegen Trunkenheit im Verkehr gem. § 316 StGB oder Gefährdung des Straßenverkehrs nach § 315c StGB (siehe II) im Raum.

IV. 1,1 Promille (absolute Fahruntüchtigkeit)

Ab einem Wert von 1,1 Promille BAK ist bei jedem Fahrzeugführer unwiderlegbar eine absolute Fahruntüchtigkeit gegeben. Es spielt ab diesem Zeitpunkt also keine Rolle mehr, ob alkoholbedingte Fahrfehler hinzutreten, da in jedem Fall eine Strafbarkeit nach § 316 StGB gegeben ist. Im Falle eines Beinaheunfalls ist eine Strafbarkeit nach § 315c StGB möglich.

V. 1,6 Promille

Bei Fahrradfahrern wird eine absolute Fahruntüchtigkeit erst ab einem Wert von 1,6 Promille BAK angenommen.
Wichtiger Hinweis: bei sog. E-Scootern gilt die 1,6 Promille-Grenze nicht, da es sich rechtlich gesehen um Kraftfahrzeuge handelt. Die absolute Fahruntüchtigkeit ist daher bereits ab einem Wert von 1,1 Promille BAK gegeben.

VI. 2,0 Promille

Ab einer BAK von 2,0 Promille kann das Gericht eine eingeschränkte Schuldfähigkeit gem. § 21 StGB annehmen. Der Wert von 2,0 Promille BAK ist dabei allerdings keine starre Grenze, sondern es kommt auf den konkreten Einzelfall an.

VII. 3,0 Promille

Ab einem Wert von 3,0 Promille BAK beginnt der Bereich der Schuldunfähigkeit nach § 20 StGB. Auch hier ist jedoch darauf hinzuweisen, dass es auf den konkreten Einzelfall ankommt und eine Schuldunfähigkeit daher nicht automatisch ab einem Wert von 3,0 Promille angenommen werden kann. Wichtiger Hinweis: haben Sie den Zustand der Schuldunfähigkeit vorsätzlich oder fahrlässig herbeigeführt droht eine Strafbarkeit wegen Vollrausch nach § 323a StGB.

B. Betäubungsmittel im Straßenverkehr

Im Gegensatz zu Alkohol existieren für Betäubungsmittel noch keine wissenschaftlich begründbaren absoluten Grenzwerte für eine rauschbedingte Fahruntüchtigkeit im Straßenverkehr. Nur weil man also eine bestimmte Betäubungsmittelkonzentration im Urin oder Blut hat, kann nicht automatisch davon ausgegangen werden, dass eine Beeinträchtigung entsprechend der Promillegrenzen für Alkohol gegeben ist.
 
I. Straftaten im Zusammenhang mit dem Konsum von Betäubungsmitteln im Straßenverkehr

Im Bereich der Betäubungsmittel gibt es daher keine absolute Fahruntüchtigkeit, sondern nur eine relative Fahruntüchtigkeit. Wir erinnern uns: im Rahmen des Alkoholkonsums beginnt die relative Fahruntüchtigkeit ab einem Wert von 0,3 Promille. Für eine Strafbarkeit müssen zusätzlich alkoholbedingte Ausfallerscheinungen hinzukommen. Mangels fester Grenzwerte ist eine relative Fahruntüchtigkeit im Bereich der Betäubungsmittel dann gegeben, wenn a) der Drogenkonsum nachgewiesen ist und b) rauschgiftbedingte Ausfallerscheinungen hinzutreten. Derartige Ausfallerscheinungen sind u. A. Fahrfehler, gerötete Augen oder starkes Zittern. In diesem Fall ist eine Strafbarkeit wegen Trunkenheit im Verkehr gem. § 316 StGB möglich. Kommt es zu einer konkreten Verkehrsgefährdung steht eine Strafbarkeit wegen Straßenverkehrsgefährdung nach § 315c StGB im Raum.

II. Ordnungswidrigkeiten im Zusammenhang mit dem Konsum von Betäubungsmitteln im Straßenverkehr

Nach § 24a Abs. 2 StVG begeht man eine Ordnungswidrigkeit, wenn man unter der Wirkung eines der in der Anlage zu § 24a StVG aufgelisteten berauschenden Mittel ein Fahrzeug im Straßenverkehr führt. Zu den berauschenden Mitteln und Substanzen zählen dabei Folgende:

Berauschende MittelSubstanzen 
Cannabis Tetrahydrocannabinol (THC)  
Heroin Morphin  
Morphin Morphin  
Kokain Kokain  
Kokain Benzoylecgonin  
Amphetamin Amphetamin  
Designer-Amphetamin Methylendioxyamphetamin (MDA)  
Designer-Amphetamin Methylendioxyethylamphetamin (MDE)  
Designer-Amphetamin Methylendioxymetamphetamin (MDMA)  
Metamphetamin Metamphetamin  

Hierbei kann erst ab einem bestimmten Wirkstoffnachweis davon ausgegangen werden, dass das jeweilige berauschende Mittel eine relevante Wirkung auf den Fahrer entfaltet. Es ist unter anderem von folgenden Grenzwerten auszugehen:

Cannabis Tetrahydrocannabinol 1 ng/ml
Kokain Benzoylecgonin 75 ng/ml
Heroin/Morphin Morphin 10 ng/ml

III. Auswirkungen auf die Schuldfähigkeit

Auch im Bereich des Betäubungsmittelkonsums kann eine eingeschränkte Schuldfähigkeit nach § 21 StGB oder eine Schuldunfähigkeit gem. § 20 StGB gegeben sein. Nach überwiegender Auffassung begründet allerdings die Abhängigkeit von Betäubungsmitteln für sich alleine genommen noch keine erhebliche Verminderung der Steuerungsfähigkeit. Es müssen weitere Umstände wie z. B. schwerste Persönlichkeitsveränderungen aufgrund langjährigem Betäubungsmittelkonsum vorliegen. Wie so oft ist es auch hier eine Frage des konkreten Einzelfalles.

C. Unsere Empfehlung

Um eine Strafbarkeit oder Ordnungswidrigkeit zu vermeiden und um Ihr eigenes und das Leben anderer Verkehrsteilnehmer nicht zu gefährden, empfehlen wir Ihnen, im Straßenverkehr generell auf den Genuss von Alkohol und Betäubungsmittel zu verzichten. Bedenken Sie, dass je nach Einzelfall bereits ein Glas Bier (0,5 l) ausreichen kann, um eine BAK von 0,3 Promille und damit den Bereich einer möglichen Strafbarkeit zu erreichen.

Regensburg, 02.08.2019

Die auf Strafrecht spezialisierte Kanzlei Haizmann & Büttner hat bereits eine Vielzahl von Mandanten im Verkehrsstrafrecht vertreten. Sofern Ihnen eine Straftat oder Ordnungswidrigkeit im Zusammenhang mit dem Konsum von Alkohol oder Betäubungsmitteln im Straßenverkehr vorgeworfen wird können Sie uns gerne kontaktieren.
   
Telefon +49 (0)941 97047
Telefax +49 (0)941 95469
E-Mail Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
Internet www.rahaizmann.de
   
Gerne können Sie auch unser Online-Kontaktformular nutzen.

Rechtsanwälte - Das Team

Wir haben für jeden Fall den richtigen Anwalt für Sie. Die Anwaltskanzlei Haizmann & Büttner besteht aus insgesamt 3 Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälten:

Michael Haizmann

Fachanwalt für Strafrecht
Anwaltsprofil
Telefon
+49 (0)941 97047
Telefax
+49 (0)941 95469
E-Mail
Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Stefanie Haizmann

Fachanwältin für Familienrecht
Anwaltsprofil
Telefon
+49 (0)941 97047
Telefax
+49 (0)941 95469
E-Mail
Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Johannes Büttner

Fachanwalt für Strafrecht
Anwaltsprofil
Telefon
+49 (0)941 97047
Telefax
+49 (0)941 95469
E-Mail
Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Nehmen Sie Kontakt zu uns auf

Sie benötigen anwaltliche Hilfe? Sie brauchen Rat? Sie möchten sich vertreten lassen? Sie wollen oder müssen einen Prozess führen? Nehmen Sie Kontakt zu uns auf - wir machen uns für Ihre Rechte stark.

Vielen Dank für Ihre E-Mail. Wir versuchen Ihre Anfrage so schnell wie möglich zu beantworten. Haben Sie bitte Verständnis dafür, wenn wir es dennoch einmal nicht so schnell schaffen.

Anwaltskanzlei Haizmann & Büttner
    section_breadcrumbs
    zum Seitenanfang