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Wie viele Verteidiger darf man haben?

Haben Sie gewusst, dass Beate Zschäpe im Rahmen des sog. "NSU-Prozess" zeitweise von bis zu fünf  Strafverteidigern vertreten worden ist? Viele Personen stellen sich dabei die Frage, wie viele Verteidiger man als Beschuldigter überhaupt haben darf und wozu man mehr als einen Strafverteidiger benötigt.

Welche Höchstgrenzen es bei der Zahl der Strafverteidiger gibt und warum die Vertretung durch mehrere Verteidiger in gewissen Konstellationen sogar notwendig ist, lesen Sie im folgenden Beitrag. Unterschieden werden muss zunächst zwischen einem Wahlverteidiger und einem Pflichtverteidiger.

I. Wahlverteidiger

1. Was ist ein Wahlverteidiger?

Sofern Sie einen Rechtsanwalt aufsuchen und ihm das Mandat zu Ihrer Strafverteidigung erteilen, bezeichnet man diesen - nach Vollmachtunterzeichnung und Mandatsannahme - als ihren Wahlverteidiger.
 
2. Wann kann ich einen Wahlverteidiger beauftragen?
Nach § 137 Abs. 1 S. 1 Strafprozessordnung (StPO) kann sich der Beschuldigte in jeder Lage des Verfahrens des Beistandes eines Verteidigers bedienen.

3. Wie viele Wahlverteidiger darf man haben?
Die Anzahl der Wahlverteidiger ist gem. § 137 Abs. 1 S. 2 StPO auf drei beschränkt.

II. Pflichtverteidiger

1. Was ist ein Pflichtverteidiger?
Bei einem Pflichtverteidiger handelt es sich um einen Rechtsanwalt, der dem Beschuldigten innerhalb eines Strafverfahrens beigeordnet wird, um dessen Verfahrensrechte zu wahren. Die Beiordnung kann dabei von Amts wegen (also durch das Gericht) oder auf Antrag des Beschuldigten erfolgen.

2. Wann wird ein Pflichtverteidiger beigeordnet?
§ 140 Abs. 1 Nr. 1 bis 9 StPO regelt Fälle, in denen die Mitwirkung eines Verteidigers notwendig ist. Hierunter fallen unter anderem folgende Konstellationen:
  • Die Hauptverhandlung findet im ersten Rechtszug vor dem Oberlandesgericht oder dem Landgericht statt.
  • Dem Beschuldigten wird ein Verbrechen zur Last gelegt. Für alle Interessierten: gem. § 12 Abs. 1 StGB sind Verbrechen Taten, die mit einem Mindestmaß von einem Jahr Freiheitsstrafe bedroht sind. Taten, die mit einer geringeren Freiheitsstrafe oder Geldstrafe bedroht sind, werden Vergehen genannt.
  • Das Verfahren kann zu einem Berufsverbot führen.
  • Gegen den Beschuldigten wird Untersuchungshaft oder eine einstweilige Unterbringung vollstreckt. Was Sie bei der Untersuchungshaft außerdem zu beachten haben lesen Sie hier.

Darüber hinaus ist die Bestellung eines Pflichtverteidigers nach § 140 Abs. 2 StPO möglich, wenn wegen der Schwere der Tat oder wegen der Schwierigkeit der Sach- oder Rechtslage die Mitwirkung eines Verteidigers geboten erscheint oder wenn ersichtlich ist, dass sich der Beschuldigte nicht selbst verteidigen kann.

Nach § 141 StPO erfolgt die Bestellung eines Pflichtverteidigers in den genannten Fällen allerdings nur, wenn der Beschuldigte noch keinen Verteidiger (z. B. einen Wahlverteidiger) hat.

3. Wie viele Pflichtverteidiger darf man haben?
Im Gegensatz zu der Bestellung eines Wahlverteidigers ist die Höchstgrenze für Pflichtverteidiger gesetzlich nicht geregelt. Grundsätzlich wird dem Beschuldigten in den Fällen der notwendigen Verteidigung nur ein Pflichtverteidiger beigeordnet. Die Beordnung mehrerer Pflichtverteidiger ist allerdings ausnahmsweise möglich, wenn dies durch unabweisbare Bedürfnisse gerechtfertigt ist. Hierzu zählen u. A. folgende Konstellationen:
  • umfangreiche und schwierige Verfahren, bei denen ein Pflichtverteidiger alleine keine ausreichende Verteidigung gewährleisten kann.
  • Sicherstellung der Verteidigung bei langwierigen Verfahren oder bei vorübergehnder Verhinderung eines Pflichtverteidigers.

III. Wahlverteidiger und Pflichtverteidiger nebeneinander?
Möglich ist auch die Beiordnung eines oder mehrerer Pflichtverteidiger neben einem Wahlverteidiger. Hinsichtlich der Gründe kann auf die gerade beschriebenen Erwägungen in II. 3. verwiesen werden.

IV. Gibt es einen Qualitätsunterschied zwischen einem Wahl- und Pflichtverteidiger?
Diese Frage kann mit einem klaren Nein beantwortet werden. Pflichtverteidigung stellt keinesfalls eine Verteidigung zweiter Güte dar. Egal ob Wahl- oder Pflichtverteidigung: ein Strafverteidiger wird immer das bestmögliche unternehmen, um die Rechte seines Mandanten zu wahren, seine Interessen optimal zu vertreten und auf die Durchführung eines fairen und rechtsstaatlichen Verfahrens achten.

Regensburg, 08.09.2019

Die Rechtsanwälte der auf Strafrecht spezialisierten Kanzlei Haizmann & Büttner sind sowohl im Bereich der Pflichtverteidigung, als auch als Wahlverteidiger tätig. Sofern Sie die Unterstützung eines Strafverteidigers benötigen können Sie uns gerne kontaktieren.
   
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